Warum Deutschlands Auto-Liebe trotz Klimadebatten ungebrochen bleibt
Katarina OrtmannWarum Deutschlands Auto-Liebe trotz Klimadebatten ungebrochen bleibt
Deutschlands Liebe zum Auto ist ungebrochen – mit 49,3 Millionen zugelassenen Pkw bundesweit. Trotz wachsender Debatten über Nachhaltigkeit hat die Automobilbranche seit ihrem Neuanlauf nach der Pandemie die Umweltbedenken weit hinter sich gelassen. Diese Entwicklung prägt sogar große Veranstaltungen wie die IAA in München, die einst als Schaufenster für umfassende Mobilitätslösungen galt.
Die IAA, traditionell eine Plattform für alle Verkehrsformen, ist längst zum Symbol für die Vorherrschaft der Autoindustrie geworden. Zwar betonen die Veranstalter, es gehe um „Mobilität“ – doch Kritiker monieren, dass nicht Züge oder grüne Alternativen im Mittelpunkt stehen, sondern nach wie vor das Auto. Ein Beobachter merkte sarkastisch an, sein eigenes Fahrzeug fahre auch ohne einen Wald als Rechtfertigung einwandfrei.
Unterdessen profitieren die Hersteller weiter von steigenden Verkaufs- und Leasingzahlen. Jedes Jahr kommen neue Modelle mit noch mehr Ausstattung auf den Markt, während Bahnnetze und Bahnhöfe kaum modernisiert werden. Diese Entwicklung spiegelt die öffentliche Haltung wider: 85 Prozent der Deutschen können sich laut Umfragen ein Leben ohne Auto in den nächsten zehn Jahren nicht vorstellen.
Auch die Politik hat reagiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder präsentierte kürzlich einen „Zehn-Punkte-Plan zur Rettung des Autos“ und unterstrich damit die Priorität des Sektors. Der Plan fällt mit der IAA zusammen, die als erste große Veranstaltung diese von der Industrie getriebene Wende verkörpert.
Anzeichen für einen Rückgang des Einflusses der Automobilbranche gibt es nicht. Mit fast 50 Millionen Autos auf deutschen Straßen und einer Mehrheit, die nicht auf sie verzichten will, bleibt der Fokus der Hersteller klar auf Absatz und Innovation gerichtet. Die Neuausrichtung der IAA und Söders politische Initiative zementieren das Auto weiter als das bevorzugte – und politisch geförderte – Verkehrsmittel der Nation.






