Vom Protest zur Praline: Wie der Internationale Frauentag die Welt bewegt
Katarina OrtmannVom Protest zur Praline: Wie der Internationale Frauentag die Welt bewegt
Der Internationale Frauentag wird jedes Jahr am 8. März gefeiert. Die Wurzeln des Tages liegen tief in der sozialistischen Geschichte, doch heute wird er auf der ganzen Welt auf unterschiedliche Weise begangen. Während einige Länder ihn als gesetzlichen Feiertag behandeln, steht in anderen das Schenken und romantische Gesten im Vordergrund.
Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 statt. Die deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käthe Duncker organisierten die Veranstaltung, um für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Sechs Jahre später trugen Proteste russischer Frauen an diesem Tag maßgeblich zur Auslösung der Februarrevolution bei.
1921 erklärte Wladimir Lenin den 8. März offiziell zum Frauentag. Die Sowjetunion nutzte den Tag später als Propagandainstrument und verankerte ihn in der sozialistischen Tradition. Heute bleibt der Feiertag vor allem in ehemaligen Sowjetrepubliken und sozialistisch geprägten Staaten ein öffentliches Ereignis.
In Kasachstan ist der Tag geprägt von Kitsch und Romantik. Traditionell beschenken Männer die Frauen mit Blumen und Pralinen – eine Mischung aus Feierlichkeit und lokalen Bräuchen. Philipp Dippl, ein Bayer, der in Kasachstan lebt, will diese Tradition für seine Frau aufrechterhalten, auch wenn er den Tag persönlich aufgrund seiner Erziehung als unbedeutend empfindet.
Auch in Deutschland hat sich das Verhältnis zu diesem Feiertag gewandelt. 2023 wurde Berlin als erstes deutsches Bundesland den 8. März offiziell zum gesetzlichen Feiertag erklären.
Heute trägt der Internationale Frauentag je nach Kultur unterschiedliche Bedeutungen. Manche Nationen ehren seine sozialistischen Ursprünge, andere legen den Fokus auf Geschenke und Wertschätzung. Die Geschichte des Tages – von den frühen Protesten bis zu den modernen Feierlichkeiten – prägt weiterhin, wie er weltweit begangen wird.






