V2G-Technologie: Wie Elektroautos bald das Stromnetz stabilisieren und Besitzer belohnen
Claudius StadelmannV2G-Technologie: Wie Elektroautos bald das Stromnetz stabilisieren und Besitzer belohnen
Neue Studie des Münchner Forschungsinstituts für Energiewirtschaft (FfE) zielt auf Hürden bei Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) ab
Eine aktuelle Studie des Münchner Forschungsinstituts für Energiewirtschaft (FfE) nimmt sich der Hindernisse bei der Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) an. Das Projekt, unterstützt von BMW, Mercedes-Benz und weiteren Branchenführern, untersucht Wege, um das bidirektionale Laden praxistauglicher zu gestalten. Kund:innen könnten bald bis zu 720 Euro pro Jahr verdienen, indem sie die Batterien ihrer Elektroautos zur Stabilisierung des Stromnetzes zur Verfügung stellen.
Die Studie benennt mehrere zentrale Maßnahmen, um die Verbreitung von V2G zu beschleunigen. Eine wichtige Empfehlung ist der beschleunigte Ausbau intelligenter Stromzähler, insbesondere in den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen. Kleine Messstellenbetreiber sollten zudem digitale Unterstützung erhalten, um Abläufe effizienter zu gestalten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einheitlichen technischen Vorgaben für die Anbindung bidirektionaler AC-Wallboxen ans Netz. Die Expert:innen argumentieren, dass bundesweite Standards die Installation vereinfachen und die Kosten für Nutzer:innen senken würden.
Um die Wirtschaftlichkeit zu steigern, schlägt die Studie dynamische Strompreise oder flexible Netzanbindungsverträge vor. Als schnelle Lösung wird zudem eine Befreiung von V2G-Modellen von der Stromsteuer vorgeschlagen. Dies würde die Betriebskosten verringern und mehr Fahrzeughalter:innen zur Teilnahme motivieren.
Die Bundesregierung wird aufgefordert, großflächige Testzonen für netzdienliche Services einzurichten. Diese sollen helfen, Elektroautos und andere flexible Haushaltsenergien in das Stromnetz zu integrieren.
Ab 2026 planen BMW und Eon, Kund:innen beim Kauf des neuen BMW iX3 ein V2G-Angebot zu unterbreiten. Das Programm würde es Fahrer:innen ermöglichen, durch die Rückspeisung von Energie in Spitzenlastzeiten Geld zu verdienen. Zwei Finanzmodelle wurden entwickelt, um mögliche Kosten durch Einspeisegebühren abzufedern und eine faire Vergütung der Teilnehmenden zu gewährleisten.
Die FfE-Studie liefert einen Fahrplan, um die V2G-Technologie zugänglicher und attraktiver zu machen. Mit dem Ausbau intelligenter Zähler, steuerlichen Entlastungen und standardisierten Regelungen könnte das System bald für viele Besitzer:innen von Elektroautos Realität werden. Der für 2026 geplante Pilotversuch mit dem BMW iX3 markiert einen konkreten Schritt in Richtung breiterer Akzeptanz.






