Ulrich Tilly – ein Visionär der deutschen Gesundheitspolitik stirbt mit 67 Jahren
Claudius StadelmannUlrich Tilly – ein Visionär der deutschen Gesundheitspolitik stirbt mit 67 Jahren
Ulrich Tilly, eine prägende Persönlichkeit der deutschen Gesundheitspolitik, ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Seine Karriere umfasste mehrere Jahrzehnte – von der akademischen Forschung bis hin zu Spitzenpositionen in der Regierung. Kollegen erinnern sich an ihn als versierten Berater mit scharfem politischem Gespür.
Tilly begann seine Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn, bevor er in die Politik wechselte. 1996 wurde er Berater für Rentensysteme der SPD-Bundestagsfraktion.
Nur zwei Jahre später trat er in das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein. 2002 wechselte er dann ins Bundesgesundheitsministerium (BMG), wo er bis 2010 tätig war. Dort leitete er zunächst die Geschäftsstelle und übernahm später die Verantwortung für die strategische Politikplanung.
Während seiner Zeit im BMG arbeitete Tilly eng mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zusammen, deren Büroleiter er war. Gemeinsam mit Klaus Vater und Franz Knieps galt er als eine der einflussreichsten Stimmen des Ministeriums. Nach der Bundestagswahl 2009 stieg er in die Beratungsbranche ein, zunächst bei Wiese Consult, später bei WMP Healthcare.
Franz Knieps, ein langjähriger Weggefährte, bezeichnete Tilly als einen "wunderbaren Freund und Kollegen", der durch herausragende Fähigkeiten und politisches Urteilsvermögen bestach.
Mit Tillys Tod endet eine Karriere, die die Gesundheits- und Sozialpolitik in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Seine Arbeit hinterlässt Spuren sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der Beratungsbranche. Ehemalige Kollegen und politische Persönlichkeiten würdigen seinen Einsatz und seine Führungsstärke.






