02 April 2026, 14:16

Thüringen startet bundesweit erstes Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Plakat mit Wasserpfeife, Marihuanablättern und einer Zigarette, begleitet von Text über den Zusammenhang zwischen E-Zigarettengebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und dem Gebrauch anderer Tabakprodukte.

Thüringen startet bundesweit erstes Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen bringt Prävention digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen

Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat die Prävention digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen gebracht und damit rund 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Finanziert vom Landesjugendamt war die Initiative die erste ihrer Art in Deutschland. Die Workshops zielten darauf ab, ein wachsendes Problem zu bekämpfen: Fast die Hälfte der Jugendlichen gibt an, bereits online sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.

Yasmina Ramdani leitete die Präventionsworkshops in ganz Thüringen und arbeitete mit Schülerinnen und Schülern der fünften bis achten Klasse. Eine Methode bestand darin, ein Bingoblatt zu nutzen, um den Jugendlichen zu helfen, eigene Erfahrungen mit digitaler Gewalt zu erkennen und zu besprechen. In den Sitzungen wurden auch zentrale Begriffe und Risiken erklärt – etwa Cybergrooming, bei dem Täter online gezielt das Vertrauen von Kindern gewinnen, um sie später zu missbrauchen.

Lehrkräfte erkennen zwar oft die Bedeutung des Themas, tun sich aber schwer damit, angemessen zu reagieren. Viele Vorfälle geschehen in Freundeskreisen oder Klassenchats, ausgelöst durch Naivität oder Gruppendruck. Auch Eltern sind gefragt: Sie sollen ihr eigenes Verhalten reflektieren und offen mit ihren Kindern über Grenzen sprechen.

Das Projekt zeigte, dass digitale Gewalt – wie im Fall der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann – zunehmend als Teil eines größeren Problems wahrgenommen wird. Fachleute betonen, dass Prävention weit günstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen solcher Übergriffe. Dennoch gibt es bundesweit keine Daten dazu, wie viele Schulen ähnliche Workshops eingeführt haben. Die Umsetzung variiert stark zwischen Bundesländern und Regionen.

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Das Thüringer Pilotprojekt unterstreicht den Bedarf an strukturierter Prävention an Schulen. Während fast die Hälfte der Jugendlichen von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen ist, bleiben die Gegenmaßnahmen in Deutschland uneinheitlich. Der Erfolg der Initiative könnte weitere Regionen zum Handeln bewegen – doch bisher hängt die Umsetzung von lokalen Entscheidungen ab.

Quelle