17 March 2026, 00:35

Thalia Theater Hamburg inszeniert fiktiven Prozess gegen die AfD

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines überfüllten Gerichtssaals mit stehenden und sitzenden Menschen, beschriftet mit "Der Prozess gegen die britische Armee in London, England".

Regisseur Milo Rau stellt die AfD im Theater vor Gericht - Thalia Theater Hamburg inszeniert fiktiven Prozess gegen die AfD

Hamburgs Thalia Theater veranstaltet in diesem Jahr die Lessing-Tage, ein politisches Festival, das 2010 ins Leben gerufen wurde. Den Abschluss bildet eine dreitägige, mutige Inszenierung: Der Prozess gegen Deutschland. Unter der Regie des Schweizer Künstlers Milo Rau wird in einer fiktiven Gerichtsverhandlung erörtert, ob die rechtspopulistische AfD, die in Deutschland eine politische Rolle spielt, verboten werden sollte.

Das von Theaterregisseur Matthias Lilienthal kuratierte Festival setzt sich seit Langem mit brennenden politischen Fragen auseinander. Die diesjährige Ausgabe führt diese Tradition fort – mit Raus provokanter Bühnenarbeit. Der Schweizer Regisseur ist dafür bekannt, reale Ereignisse mit performativen Elementen zu verbinden und oft Laien – darunter Opfer und Täter – zu besetzen, um gesellschaftliche Debatten anzustoßen.

Raus frühere Projekte wie Das Kongo-Tribunal (2015) oder Hassrede (2019) setzten sich mit Themen wie politischer Ausbeutung und rassistischer Gewalt auseinander. Sein neues Werk, Der Prozess gegen Deutschland, orientiert sich an echten Gerichtsverfahren: Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin übernimmt die Rolle der Richterin, während Juristen und Rechtsexperten den fiktiven Fall begleiten.

Die Aufführung wird live auf der Website des Theaters gestreamt und ermöglicht so einem breiten Publikum, die Debatte zu verfolgen. Raus immersiver Ansatz zielt darauf ab, die Zuschauer mit unangenehmen Fragen zu Demokratie und Extremismus zu konfrontieren.

Die Veranstaltung markiert zugleich das Ende von Lilienthals Tätigkeit als Kurator, bevor er die Leitung der Berliner Volksbühne übernimmt. Der Prozess gegen Deutschland verbindet über drei Tage Kunst und Aktivismus – und könnte, trotz seines symbolischen Charakters, die Diskussion über den Platz der AfD in der deutschen Politik weiter anheizen.

AKTUALISIERUNG

Jury Urteilt AfD Verfassungswidrig

Der fiktive Prozess endete mit einem Meilenstein-Urteil am 15. Februar 2026. Die siebenköpfige Jury entschied:

  • Die AfD verletzt Artikel 21 des Grundgesetzes in Kernbereichen.
  • Es sollte eine Verbotsverfahren-Untersuchung sowie staatliche Finanzierungskürzungen geprüft werden.
  • Das Urteil konzentrierte sich auf drei Pfeiler der deutschen freiheitlichen demokratischen Grundordnung.