Studie widerlegt: Elektroautos brennen seltener als Verbrenner – doch die Ursachen überraschen
Claudius StadelmannStudie widerlegt: Elektroautos brennen seltener als Verbrenner – doch die Ursachen überraschen
Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Elektroautos deutlich seltener in Brand geraten als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor. Die vom Allianz Zentrum für Technik (AZT) durchgeführte Untersuchung verglich über mehrere Jahre hinweg die Brandrisiken verschiedener Antriebsarten.
Zwischen 2020 und 2024 betrafen weniger als ein Prozent der bei Allianz gemeldeten Brandschadensfälle batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEVs). Dies deutet darauf hin, dass die Befürchtungen vor Bränden bei E-Autos im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen möglicherweise übertrieben sind.
Die Studie analysierte die Ursachen von BEV-Bränden im Detail. Von den untersuchten Fällen standen 10 Prozent im Zusammenhang mit Brandstiftung, während 40 Prozent auf externe Brandquellen wie benachbarte Feuer zurückgingen. Weitere 25 Prozent wurden durch technische Defekte verursacht. Wichtig: In keinem einzigen Fall konnte eine spontane Entzündung einer Batteriezelle als Auslöser nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Elektrofahrzeuge ein deutlich geringeres Brandrisiko aufweisen als Diesel-Pkw – selbst bei Fahrzeugen, die jünger als zwei Jahre sind. Im Vergleich zu Benzinern liegt die Brandwahrscheinlichkeit von BEVs bei neueren Modellen nahezu auf gleichem Niveau. Ältere Elektroautos weisen jedoch insgesamt weiterhin ein geringeres Risiko auf.
Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bergen spezifische Brandgefahren, die bei BEVs entfallen. So können etwa Kraftstoff- oder Öllecks in Benzin- oder Dieselautos Brände auslösen – ein Problem, das bei reinen E-Fahrzeugen nicht besteht. Dennoch ergab die Schadenstatistik des GDV, dass Häufigkeit und Schwere von Brandschäden bei Elektro- und Verbrennungsfahrzeugen ähnlich ausfallen.
Die Erkenntnisse widerlegen gängige Vorurteile zur Sicherheit von Elektroautos. Da das Brandrisiko bei BEVs niedriger ist als bei Diesel-Pkw und bei neueren Modellen mit dem von Benzinern vergleichbar, schneiden sie im Praxisbetrieb gut ab. Die Daten unterstreichen zudem, dass externe Faktoren – und nicht Batteriedefekte – die Hauptursache für die bisher gemeldeten BEV-Brände sind.






