19 June 2026, 00:19

Streit um Dortmunder Opernhaus: Kultur oder Kostenfalle?

Sehr geehrter Moritz Doebler,

Streit um Dortmunder Opernhaus: Kultur oder Kostenfalle?

In Dortmund ist eine Debatte über den geplanten Bau eines Opernhauses entbrannt. Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich gegen das Vorhaben ausgesprochen und dabei finanzielle Bedenken vorgebracht sowie den kulturellen Wert des Projekts infrage gestellt. Der Autor einer kürzlich veröffentlichten Erwiderung erinnert in diesem Zusammenhang an die frühere Haltung des Chefredakteurs zu ähnlichen Themen in Bremen.

Der Autor kennt den Chefredakteur noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der Weser-Kurier in Bremen. Damals, so seine Erinnerung, habe dieser seinen Fokus auf Zahlen, Geld und Selbstdarstellung gelegt – kulturelle Werte seien dabei in den Hintergrund geraten. Heute, in Düsseldorf, beurteile der Chefredakteur Kunst vor allem nach ihren Kosten, nicht nach ihrer emotionalen oder gesellschaftlichen Bedeutung.

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In einer aktuellen Auseinandersetzung verwies der Chefredakteur auf die hohen Sanierungskosten in Köln, um Dortmund von seinen Opernhaus-Plänen abzubringen. Zudem bevorzugt er angesagte Restaurants gegenüber kulturellen Einrichtungen wie der Oper. Der Autor warnt, dass andere Städte diesem Beispiel folgen könnten – mit der Folge, dass Opernhäuser gänzlich verschwinden.

Die Düsseldorfer Oper beschäftigt derzeit 570 Menschen. Sie fördert zudem Musikschulen, Bibliotheken und die kulturelle Bildung in der gesamten Stadt. Der Autor wirft dem Chefredakteur vor, die übergeordnete Bedeutung und den Wert solcher Institutionen nicht zu erkennen.

Er fürchtet, dass dessen Einfluss zum Niedergang der Oper und ihrer damit verbundenen Vorteile führen könnte. Ohne Unterstützung für solche Projekte, so sein Argument, riskierten Städte den Verlust wichtiger kultureller und bildungspolitischer Ressourcen. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Rolle von Kultur in der städtischen Entwicklung bewertet wird.

Quelle