Steinmeiers "Ehrentag" ersetzt Feiertag – Demokratie durch Engagement stärken
Claudius StadelmannSteinmeiers "Ehrentag" ersetzt Feiertag – Demokratie durch Engagement stärken
Bundespräsident Steinmeier startet Initiative zum „Tag der Verfassung“ – mit Ehrenamt statt Feiertag
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine neue Initiative zum Tag des Grundgesetzes ins Leben gerufen. Statt einen gesetzlichen Feiertag zu fordern, führte er einen „Ehrentag“ ein, der Bürgerinnen und Bürger zum freiwilligen Engagement motivieren soll. Das Vorhaben zielt darauf ab, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken und die Bedeutung des Grundgesetzes als Fundament der deutschen Demokratie bewusster zu machen.
Die Ankündigung erfolgte am Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes, das Steinmeier als „Kitt unserer Gesellschaft und Garant des Zusammenhalts“ bezeichnete. Statt den Tag jedoch als Ruhetag zu begreifen, rief er dazu auf, ihn durch aktives Handeln zu würdigen.
Als Zeichen seiner Unterstützung besuchte der Bundespräsident einen Gemeinschaftsgarten in Berlin. Dort betonte er, wie ehrenamtliches Engagement demokratische Werte stärke und Menschen verbinde. Selbst kurzfristige Hilfsangebote – etwa Nachhilfe per Videochat – könnten bereits einen Unterschied machen, so Steinmeier.
Langfristig hofft er, dass der Ehrentag zu einer jährlichen Tradition wird. Besonders junge Menschen sollen angesprochen werden, indem sie das Ehrenamt „unverbindlich ausprobieren“ können. Seine Botschaft ist klar: „Demokratie lebt vom Mitmachen.“
Obwohl es Forderungen gibt, den 23. Mai zum Nationalfeiertag zu erklären, lehnte Steinmeier diesen Vorschlag ab. Ihm gehe es nicht um symbolische Gesten, sondern um „konkretes Tun“, das die Gesellschaft zusammenbringt.
Der Ehrentag bietet damit eine frische Perspektive auf den Tag des Grundgesetzes – weg von passiver Erinnerung, hin zu gelebter Mitverantwortung. Vor allem junge Menschen sind aufgerufen, sich einzubringen: ob vor Ort oder digital. Steinmeiers Initiative will aus der Reflexion über Demokratie praktisches Handeln für das Gemeinwohl machen.






