Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum die ARD-Literatursendung in der Kritik steht
Katarina OrtmannSexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum die ARD-Literatursendung in der Kritik steht
Eine hitzige Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt, nachdem Moderator Denis Scheck für seinen Rezensionsstil in die Kritik geraten ist. Die Autorin Sophie Passmann warf ihm vor, sexistische Bemerkungen über ihr Buch gemacht zu haben, während sich auch andere Schriftsteller:innen gegen seine Herangehensweise aussprachen. Der Sender verteidigte nun die Sendung und betonte, dass Frauenfeindlichkeit in den Diskussionen keinen Platz habe.
Der Streit begann, als Scheck Passmanns neuestes Werk besprach und sie seine Äußerungen als sexistisch bezeichnete. Seine Methode, Bücher, die ihm nicht gefallen, durch eine Rutsche in einen Mülleimer gleiten zu lassen, ist seit Langem ein Markenzeichen der Sendung – doch jüngste Folgen haben besonders scharfe Reaktionen hervorgerufen.
Die bekannte Literaturkritikerin Elke Heidenreich verurteilte Schecks Tonfall und hinterfragte die Rolle des ARD, derartige Rezensionen zuzulassen. Auch Ildikó von Kürthy thematisierte in einem veröffentlichten Essay seine abwertende Haltung gegenüber ihrem Schaffen und verstärkte damit die wachsende Kritik.
Der ARD analysierte daraufhin die jüngste Folge und verwies darauf, dass Scheck mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe. Der Sender betonte, dass das Geschlecht einer Autorin oder eines Autors in Druckfrisch keine Rolle bei der literarischen Bewertung spiele. Scheck selbst beharrte darauf, dass sich seine Kritik stets auf die Werke beziehe – nicht auf die Schriftsteller:innen oder deren Leser:innen.
Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen scharfer Literaturkritik und dem Vorwurf der Voreingenommenheit. Während der ARD sich zu fairen Bewertungen bekennt, äußern Autor:innen weiterhin Bedenken über Schecks Vorgehen. Eine Entspannung der Diskussion ist nicht in Sicht, da beide Seiten an ihren Standpunkten festhalten.






