Schnitzer lehnt Flugpreis-Subventionen ab: "Knappheit erfordert höhere Preise"
Claudius StadelmannSchnitzer lehnt Flugpreis-Subventionen ab: "Knappheit erfordert höhere Preise"
Monika Schnitzer, Vorsitzende des deutschen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat sich gegen staatlich subventionierte Flugpreisnachlässe für Sommerurlaube ausgesprochen. Hohe Preise seien eine notwendige Reaktion auf Knappheit, warnte sie und verwies auf weitere wirtschaftliche Risiken, falls die Energiekosten weiter steigen sollten.
Schnitzer lehnte Forderungen nach neuen Subventionen zur Senkung der Flugkosten ab und betonte, dass solche Maßnahmen die Schuldenlast nur auf zukünftige Generationen abwälzen würden. Zudem kritisierte sie den jüngsten Tankrabatt als einen „großen und sozial ungerechten Fehler“, von dem vor allem wohlhabendere Haushalte profitierten.
Angesichts der sich verknappenden Kerosinvorräte rief sie Reisende dazu auf, ihre Pläne zu überdenken. Sollte der Treibstoff knapp werden, werde das Fliegen ohnehin natürlicherweise zurückgehen. Statt Subventionen schlug sie Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage vor, um die Nachfrage zu drosseln.
Über den Reisebereich hinaus wies Schnitzer auf weitere wirtschaftliche Bedrohungen hin. Eine mögliche Blockade der Straße von Hormus könnte die Transport- und Lebensmittelpreise in die Höhe treiben, warnte sie. Steigende Energiekosten könnten zudem Lohnforderungen auslösen und die Europäische Zentralbank zwingen, die Zinsen zu erhöhen.
Schnitzers Haltung spiegelt einen breiten Trend wider, sich an höhere Energiepreise anzupassen, ohne dabei auf staatliche Hilfen zu setzen. Ihre Warnungen reichen von der Urlaubsplanung bis zu globalen Lieferketten und deuten auf schwierige Entscheidungen hin, die Verbraucher und Politiker gleichermaßen bevorstehen.






