03 April 2026, 06:17

Russischer Löwenzahn soll Kautschuk-Importe bis 2026 ersetzen

Nahaufnahme eines Fahrradreifens mit grünen Blättern darauf, umgeben von Pflanzen und einer Backsteinmauer im Hintergrund.

Russischer Löwenzahn soll Kautschuk-Importe bis 2026 ersetzen

In Deutschland gewinnt eine neue Initiative für nachhaltige Kautschukproduktion an Fahrt. Forscher und Unternehmen arbeiten daran, den Russischen Löwenzahn zu einer tragfähigen Alternative zu importiertem Naturkautschuk zu entwickeln. Das von der Regierung unterstützte Projekt zielt darauf ab, die Abhängigkeit von tropischen Kautschukquellen bis 2026 zu verringern.

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Der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) gilt schon lange als möglicher Ersatz für herkömmlichen Kautschuk. Im Gegensatz zu herkömmlichem Naturkautschuk, der aus Bäumen in Indonesien und Malaysia gewonnen wird, gedeiht diese Pflanze auch in gemäßigten Klimazonen. Allein 2022 erreichte die weltweite Kautschukproduktion 14,5 Millionen Tonnen – fast ausschließlich aus tropischen Regionen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Forschung an Löwenzahn-Kautschuk bereits seit 2012. Die aktuellen Erträge liegen bei etwa 150 Kilogramm pro Hektar, doch Experten streben 1.000 Kilogramm pro Hektar an, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu sein. Bei dieser Ausbeute könnte ein einziger Hektar genug Material für 500 Reifen liefern.

Ein Konsortium aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen treibt das Vorhaben voran. Zu den wichtigsten Akteuren zählen Continental und Bridgestone sowie Ascape, KeyGene und das Fraunhofer-Institut. Das Pflanzenzuchtunternehmen Eskusa optimiert zudem wilde Löwenzahnsorten zu ertragreichen Kulturen. Pilotanlagen und die kommerzielle Produktion sind für 2026 geplant.

Bundesminister Alois Rainer begutachtete kürzlich die Fortschritte und betonte das Potenzial der Pflanze für Reifen, Industrieprodukte und weitere Anwendungen. Deutschland testet den Anbau bereits auf rund 60 Hektar Land.

Das Projekt könnte Löwenzahn-Kautschuk bald zu einer praktikablen und nachhaltigen Option für Hersteller machen. Mit höheren Erträgen und erweitertem Anbau könnte die Pflanze helfen, die Abhängigkeit von importiertem Kautschuk zu verringern. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sie sich als etablierte industrielle Ressource durchsetzt.

Quelle