10 May 2026, 22:19

Revolutionärer "Einspeisestecker" entlastet überlastete Stromnetze in Bayern

Liniengraph, der die Leistungskapazität von Windkraftanlage (blaue Linie) und Solarmodul (rote Linie) im Laufe der Zeit vergleicht.

Revolutionärer "Einspeisestecker" entlastet überlastete Stromnetze in Bayern

LEW Verteilnetz testet neues Konzept zur Entlastung überlasteter Stromnetze in Deutschland

Mit dem sogenannten „Einspeisestecker“ erprobt der Netzbetreiber einen innovativen Ansatz, um Engpässe bei Netzanschlüssen zu überwinden – durch die gridneutrale Integration von Batteriespeichern. Angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Netzkapazitäten könnte das Pilotprojekt im bayerischen Balzhausen eine dringend benötigte Lösung für Erneuerbare-Energien-Projektierer bieten.

Netzbetreiber am Limit: Wartezeiten für neue Anschlüsse In ganz Deutschland kämpfen Netzbetreiber mit der Flut an Anschlussanfragen. Photovoltaik-Anlagen, Windparks und Batteriespeicherprojekte sehen sich oft monatelangen Verzögerungen ausgesetzt, weil die vorhandene Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. In Balzhausen hat sich LEW Verteilnetz dennoch verpflichtet, acht Großprojekte anzubinden – darunter drei Speichersysteme, drei Solarparks und einen Windpark mit einer kombinierten Leistung von 126 Megawatt – obwohl das Netz vor Ort nur 80 Megawatt Kapazität bietet.

„Einspeisestecker“ ermöglicht 60 Prozent mehr Leistung Das neue Verfahren erlaubt es, bis zu 60 Prozent mehr Strom als üblich ins Netz zu integrieren, ohne es zu überlasten. Durch die intelligente Kombination verschiedener Energiequellen und Speicher wird die Stabilität gewahrt, während die Versorgungssicherheit erhalten bleibt. Barbara Plura, technische Planerin bei LEW Verteilnetz, betont den zügigen Fortschritt des Projekts und sieht darin einen „vielversprechenden Schritt nach vorn“.

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Grünes Leuchtturmprojekt: 40-Megawatt-Speicher für die Region Einer der zentralen Partner ist Green Flexibility, das aktuell einen 40-Megawatt-Batteriespeicher mit 80 Megawattstunden Kapazität errichtet. Das 40-Millionen-Euro-Projekt, dessen Fertigstellung für Anfang 2026 geplant ist, soll die Netzstabilität in der Region stärken. Christoph Lienert, Geschäftsführer des Unternehmens, ist überzeugt, dass Balzhausen als „Blaupause für den bundesweiten Ausbau von Speicherkapazitäten“ dienen könnte.

Kostengünstige Alternative zu Netzausbau Das Pilotvorhaben zeigt, wie Netzengpässe ohne teure Infrastrukturmaßnahmen bewältigt werden können. Durch die Verknüpfung von Speichern und Erneuerbaren-Energien-Anlagen bietet der „Einspeisestecker“ eine praxistaugliche Methode, um die verfügbare Kapazität zu erhöhen. Bei Erfolg ließe sich das Modell auch in anderen Regionen mit ähnlichen Herausforderungen übertragen.

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