Regierungs-Dienstwagen verfehlen EU-Klimaziele – Luxuskarossen als Hauptsünder
Klaas BarthRegierungs-Dienstwagen verfehlen EU-Klimaziele – Luxuskarossen als Hauptsünder
Ein neuer Bericht enthüllt, dass mehr als die Hälfte der offiziellen Dienstfahrzeuge der deutschen Regierung die EU-Abgasnormen nicht erfüllen. Trotz eines Anstiegs an Elektroautos setzen viele Ministerien weiterhin auf Modelle mit hohem Schadstoffausstoß. Die Ergebnisse zeigen nur geringe Fortschritte bei der Reduzierung des CO₂-Ausstoßes seit der letzten Bewertung im Vorjahr.
Von 238 untersuchten Fahrzeugen überschritten 151 den EU-Durchschnittswert von 93,6 Gramm CO₂ pro Kilometer. Sieben Ministerien erhielten wegen besonders hoher Flottenemissionen eine rote Karte. Bei sieben der elf Bundesminister lagen die Dienstwagen sogar mehr als 20 Gramm pro Kilometer über dem Grenzwert.
Besonders auffällig war das Fahrzeug von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit geschätzten 292 Gramm CO₂ pro Kilometer. Luxusmarken wie BMW, Audi und Mercedes schnitten schlecht ab, wenn sie ohne elektrische Unterstützung fuhren – ihre Werte lagen oft doppelt so hoch wie der EU-Richtwert. Die Grünen hingegen wiesen die sauberste Flotte auf, mit einem Durchschnitt von nur 85 Gramm pro Kilometer.
Obwohl Elektrofahrzeuge mittlerweile 57 Prozent des Bundesfuhrparks ausmachen, variiert ihre Energieeffizienz stark. Insgesamt bleibt die gesamte offizielle Flotte auf Kurs, ihr CO₂-Budget für dieses Jahr zu überschreiten.
Der Bericht unterstreicht anhaltende Defizite bei der Senkung der Emissionen im Regierungsfuhrpark. Zwar hat die Umstellung auf Elektrofahrzeuge zugenommen, doch viele Modelle mit hohem Ausstoß sind weiterhin im Einsatz. Ohne strengere Maßnahmen wird sich die Umweltbilanz der Flotte voraussichtlich nicht deutlich verbessern.






