Polizei Schwaben startet Initiative gegen Antisemitismus mit Ausstellung und Schulungen
Claudius StadelmannPolizei Schwaben startet Initiative gegen Antisemitismus mit Ausstellung und Schulungen
Das Polizeipräsidium Schwaben Nord hat eine neue Initiative mit dem Titel "Polizei gegen Antisemitismus" ins Leben gerufen. Das Programm umfasst öffentliche Veranstaltungen, Schulungen für Beamte sowie Maßnahmen zur Gemeinschaftsförderung. Den Auftakt bildete Anfang dieses Monats die Eröffnung einer Wanderausstellung zum Thema Antisemitismus in Bayern.
Am 12. März 2026 eröffnete Polizeipäsident Martin Wilhelm offiziell die Ausstellung "Antisemitismus in Bayern – Judenhass heute". Zu den prominenten Gästen zählten Dr. Ludwig Spaenle, Barbara Schretter, Sigrid Atzmon und Tobias Eisch. Die Ausstellung leitet eine Reihe weiterer Aktivitäten ein, die sich gegen Antisemitismus in der Region richten.
Im Rahmen des Programms werden Fortbildungen für Polizeibeamte und ziviles Personal angeboten. Zudem finden interaktive "World Cafés" statt, in denen Führungskräfte der Polizei mit Antisemitismusbeauftragten über Herausforderungen im Kampf gegen Hasskriminalität diskutieren. Diese Veranstaltungen bauen auf früheren Schulungsreihen auf, darunter "Polizei in der NS-Zeit" und "Jüdisches Leben in Augsburg".
Einen Vortrag mit dem Titel "Sicherheitswahrnehmung und Antisemitismus" hält das Polizeipräsidium Schwaben Nord in der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg. Daneben werden Selbstverteidigungskurse für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft angeboten, die in Zusammenarbeit mit der Antisemitismus-Stelle des BLKA und der Ermittlungsgruppe E3 entwickelt wurden.
Im weiteren Verlauf des Jahres folgt eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Drei Gewalten gegen Antisemitismus", an der Andreas Franck, Oberstaatsanwalt und Antisemitismusbeauftragter der bayerischen Justiz, teilnehmen wird. Den Abschluss der Initiative bildet am 25. Oktober 2026 ein Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters, dessen Erlös der Augsburger Synagoge zugutekommt.
Die Kampagne verbindet öffentliche Aufklärung, polizeiliche Weiterbildung und Gemeinschaftsunterstützung, um Antisemitismus entgegenzuwirken. Die Veranstaltungen laufen bis Oktober und gipfeln in einem Wohltätigkeitskonzert für die örtliche Synagoge. Das Programm spiegelt die anhaltenden Bemühungen regionaler Behörden wider, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Sicherheit zu stärken.