Nürnberger Zoo plant Tötung von Pavianen – und erntet massive Kritik
Claudius StadelmannNürnberger Zoo plant Tötung von Pavianen – und erntet massive Kritik
Nürnberger Zoo steht wegen geplanter Tötung von Pavianen in der Kritik
Der Nürnberger Zoo sieht sich mit scharfer Kritik konfrontiert, nachdem bekannt wurde, dass Teile seiner Gruppe von Guinea-Pavianen getötet werden sollen. Die Einrichtung beherbergt derzeit über 45 Tiere – fast doppelt so viele wie die vorgesehene Kapazität von 25. Die Zooleitung führt die Überbelegung auf erfolgreiche Nachzucht und fehlende Alternativen für die überschüssigen Tiere zurück.
Ursprünglich war das Gehege für etwa 25 Paviane ausgelegt. Doch nach Jahren unkontrollierter Vermehrung ist der Bestand auf über 45 Tiere angewachsen. Tierärzte warnen nun, dass die beenigten Verhältnisse zu schweren Problemen führen, darunter gewaltsame Revierkämpfe, Bissverletzungen und chronischen Stress bei den Tieren.
Zoodirektor Thomas Dörflein schlägt vor, den Bestand auf etwa 25 Paviane zu reduzieren – notfalls durch gezielte Tötungen unter Narkose. Die Leitung betont, jahrelang erfolglos nach neuen Unterkünften für die überschüssigen Tiere gesucht zu haben. Tierschutzorganisationen werfen dem Zoo hingegen vor, es an ausreichenden Zuchtkontrollen und frühzeitiger Vermittlungsplanung fehlen zu lassen.
Die Pläne haben öffentliche Empörung ausgelöst: Petitionen und Boykottaufrufe gewinnen an Fahrt. Der Nürnberger Stadtrat wurde über den Fall informiert, während Fachleute infrage stellen, ob europäische Zoos genug tun, um Tierbestände verantwortungsvoll zu steuern.
Die Entscheidung des Zoos, Paviane zu töten, ist das Ergebnis jahrelanger Überpopulation und gescheiterter Umsiedlungsversuche. Tierschützer und die Öffentlichkeit fordern weiterhin bessere langfristige Planung in Zoos. Der Fall zeigt die anhaltenden Herausforderungen auf, Tierwohl und Populationskontrolle in Einklang zu bringen.






