21 April 2026, 10:19

NS-Raubkunst: Gestohlener Silbersalzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Familie zurück

Nahaufnahme einer Metalltafel, die auf einer Wand angebracht ist und mit eingravierten Text und Logo den 10. Jahrestag der Holocaust gedenkt.

NS-Raubkunst: Gestohlener Silbersalzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Familie zurück

Ein über 80 Jahre von den Nazis gestohlener Silbersalzstreuer wurde nun an die Nachkommen seines ursprünglichen Besitzers zurückgegeben. Das Stück gehörte einst Adolf Hirsch und war eines von Tausenden Gegenständen jüdischer Eigentümer, die 1939 beschlagnahmt wurden. Nach Jahrzehnten der Recherche und juristischer Bemühungen erhielt die Familie das Erbstück vergangene Woche endlich zurück.

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Im Februar 1939 wurden jüdische Familien in Deutschland gezwungen, Gegenstände aus Edelmetall abzugeben. Auch Adolf Hirschs Silbersalzstreuer wurde damals konfisziert. Das Nationalmuseum erwarb später, 1939 und 1940, rund 350 solcher Objekte – darunter Hirschs Salzstreuer.

Adolf Hirsch starb 1943 im Ghetto Theresienstadt, doch seine Nachkommen überlebten. Miriam Landor, eine seiner Verwandten, erbte den Salzstreuer nach der Rückgabe. Sie bezeichnete ihn als ein "perfektes Symbol" jüdischer Kultur, bevor sie ihn Dr. Doris Danzer für eine bevorstehende Ausstellung übergab.

Provenienzforscher arbeiten seit Jahren daran, die rechtmäßigen Besitzer geraubter Objekte ausfindig zu machen. Bisher konnten 111 Gegenstände an ihre Familien zurückgegeben werden. Der Silbersalzstreuer wird nun ab dem 27. Januar als Dauerleihgabe im LANDSHUTmuseum ausgestellt.

Die Rückgabe des Salzstreuers stellt einen seltenen Moment der Wiedergutmachung für eine von der NS-Raubkunst betroffene Familie dar. Durch die öffentliche Ausstellung bleibt seine Geschichte bewahrt. Für die Nachkommen von Adolf Hirsch bringt die Rückkehr des Stücks ein kleines Maß an Gerechtigkeit nach Generationen des Verlusts.

Quelle