Neue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Agri-Photovoltaik-Kulturen
Franka KallertNeue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Agri-Photovoltaik-Kulturen
Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirten bei der Auswahl der besten Kulturen für die Agri-Photovoltaik helfen soll. Die Matrix bewertet, wie zwölf wichtige Kulturpflanzen auf Beschattung, Mikroklima-Veränderungen, Wasserbedarf und Platzbeschränkungen reagieren. Die in Solar Compass veröffentlichten Ergebnisse sollen den nachhaltigen Anbau unter Solarmodulen fördern.
Die Studie mit dem Titel „Kulturpflanzenauswahl in der Agri-PV: Strategisches Entscheidungsmodell auf Basis einer internationalen Übersichtsarbeit“ stützt sich auf 117 Forschungsarbeiten aus über 25 Ländern. Mithilfe von Daten zur globalen horizontalen Sonneneinstrahlung (GHI) wird ermittelt, welche Pflanzen unter beschatteten Bedingungen besonders gut gedeihen. Kräuter, Gräser und Hülsenfrüchte erwiesen sich dabei als am besten für wasserarme, aride und semiaride Regionen geeignet.
Agri-Photovoltaik – die Kombination von Landwirtschaft und Solarenergie – erweist sich besonders für kleine bäuerliche Gemeinschaften und dezentrale Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien als nützlich. Beeren, Obstbäume und Gemüse profitieren von den kühleren, stabileren Mikroklimata, die durch Solarmodule entstehen. Getreide, Faserpflanzen und Ölsaaten hingegen benötigen mehr Platz und gedeihen in stark beschatteten Bereichen weniger gut.
Das Team schlägt vor, die Matrix durch Praxisbeispiele, Felddaten und das Feedback von Landwirten weiter zu verfeinern. Dadurch könnte ihre Genauigkeit für verschiedene Klimazonen und Anbausysteme verbessert werden.
Das neue Entscheidungsmodell bietet eine praktische Lösung, um Kulturpflanzen mit Agri-Photovoltaik-Systemen optimal zu kombinieren. Durch die effiziente Nutzung von Fläche und Ressourcen unterstützt es sowohl die Nahrungsmittelproduktion als auch die Erzeugung erneuerbarer Energien. Künftige Aktualisierungen könnten seinen Einsatz in unterschiedlichen landwirtschaftlichen Kontexten erweitern.






