Netzbetreiber überlastet: Warum Großspeicher auf neue Lösungen wie REGIOlink warten
Claudius StadelmannNetzbetreiber überlastet: Warum Großspeicher auf neue Lösungen wie REGIOlink warten
Ansturm auf Großspeicher überlastet deutsche Netzbetreiber
Die stark gestiegene Zahl von Anträgen für große Batteriespeichersysteme setzt die deutschen Netzbetreiber unter Druck. Viele Projektentwickler möchten ihre Anlagen ans Stromnetz anschließen, doch der Fortschritt stockt. Die Betreiber bestehen darauf, zunächst neue Stromleitungen zu bauen, bevor Speicherlösungen im großen Stil integriert werden können.
Diese Woche stellte Green Flexibility einen neuen Ansatz vor, um Netzengpässe zu entschärfen. Ihr „REGIOlink“-Konzept nutzt datengesteuerte Steuerungsmechanismen, um Flexibilität zu bewerten und regionale Netze zu entlasten – ohne ausschließlich auf den Ausbau der Infrastruktur angewiesen zu sein.
Das Unternehmen präsentierte das REGIOlink-Modell zusammen mit einem Whitepaper, das den Rahmen des Systems erläutert. Dabei werden Betriebsarten von Batteriespeichern nach ihrer Netzauswirkung klassifiziert. Zudem ermöglicht das Modell quantitative Flexibilitätsanalysen, um Engpässe in Echtzeit zu reduzieren.
Aktuell wird REGIOlink in einer Pilotanlage in Immenstadt getestet. Christoph Ostermann, CEO und Mitgründer von Green Flexibility, erklärte, das Modell verbinde die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Speicherprojekten mit den lokalen Netzanforderungen. Zu den Umsetzungskomponenten gehören technische Bewertungen netzrelevanter Betriebsweisen sowie vertragliche Vereinbarungen mit den Netzbetreibern.
Trotz der Innovation gibt es Hürden bei der Skalierung solcher Lösungen. Christina Hepp, Direktorin für Strategie bei Green Flexibility, räumte mögliche Einnahmeverluste ein, betonte aber die Notwendigkeit fairer Vergütungsmodelle. Zudem fehlten noch regulatorische Grundlagen, die eine breitere Einführung erschweren.
Bisher setzen die Netzbetreiber vorrangig auf den Bau neuer Stromleitungen statt auf die Integration von Speichern. Diese Vorgabe verzögert den Ausbau von Batteriesystemen – obwohl die Nachfrage nach Netzanschlüssen bundesweit steigt.
REGIOlink bietet eine datenbasierte Methode, um Netzengpässe durch großflächige Speicherlösungen zu managen. Der Pilotbetrieb in Immenstadt soll die Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Doch noch bremsen regulatorische Lücken und Infrastrukturvorgaben die schnellere Umsetzung solcher Konzepte im gesamten Land.






