Münchens neuer OB Krause vor erster Bewährungsprobe: Streit um dritte Startbahn
Claudius StadelmannMünchens neuer OB Krause vor erster Bewährungsprobe: Streit um dritte Startbahn
Münchens neu gewählter Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen steht vor einer frühen Bewährungsprobe: dem umstrittenen Ausbauprojekt für die dritte Startbahn am Flughafen München. Trotz massiver politischer Gegenwehr hat der Flughafenbetreiber bereits rechtliche Schritte eingeleitet, um seine Baugenehmigungen zu sichern.
Krause, ein bekannter Klimaschützer, gewann die Wahl mit 56,4 Prozent der Stimmen und löst damit den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter ab. Seine Wahl fällt in eine Phase, in der das Projekt sowohl durch Blockaden der Landes- als auch der Kommunalpolitik zum Stillstand gekommen ist.
Die dritte Startbahn am Münchner Flughafen liegt seit 2020 auf Eis, nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Moratorium bis 2028 verhängt hatte. Die Landesregierung – eine Koalition aus CSU, SPD und Grünen – lehnte die Ausbaupläne wiederholt ab, mit Verweis auf Lärmbelastung und Klimaziele. 2023 sprach sich der Landtag offiziell gegen das Vorhaben aus, und die Planungsbehörden verweigerten 2024 und 2025 die notwendigen Genehmigungen.
Trotzdem beantragte der Flughafen im Juli 2025 die Bestätigung, dass vorbereitende Arbeiten bereits begonnen hätten – ein Manöver, um die bestehenden Genehmigungen zu wahren. Das Verwaltungsgericht wies später Klagen gegen die Startbahn-Genehmigungen ab, doch die rechtliche Lage bleibt unklar.
Als Oberbürgermeister vertritt Krause die 23-prozentige Beteiligung der Stadt München in der Gesellschafterversammlung des Flughafens und verfügt damit über ein faktisches Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen. Während seines Wahlkampfs mied er das Thema Startbahn, doch die Haltung seiner Partei deutet darauf hin, dass er die ablehnende Position der Stadt aufrechterhalten wird. Unterdessen drängt Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin auf den Ausbau und argumentiert, München benötige dringend mehr Kapazitäten.
Söder betont indes, dass unter seiner Führung keine Bauarbeiten aufgenommen werden. Mit dem Landesmoratorium und dem Münchner Veto bleibt das Projekt vorerst blockiert – zumindest für den Moment.
Die Zukunft der Startbahn hängt von politischem Willen, juristischen Auseinandersetzungen und Krauses nächsten Schritten ab. Der Versuch des Flughafens, die Genehmigungen zu bewahren, prallt auf entschiedenen Widerstand von Stadt und Land. Bis auf Weiteres bleiben die Ausbaupläne am Boden – ein klarer Weg nach vorne ist vor 2028 nicht in Sicht.






