Münchens Nahverkehr startet Sicherheitskampagne gegen nächtliche Ängste
Katarina Ortmann"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - Münchens Nahverkehr startet Sicherheitskampagne gegen nächtliche Ängste
"Sichere Fahrten": Neue Sicherheitsoffensive im Münchner Nahverkehr
Im Münchner Verkehrsnetz ist eine neue Sicherheitskampagne unter dem Namen "Sichere Fahrten" gestartet. Die Initiative zielt darauf ab, Bedenken hinsichtlich der Sicherheit in Zügen und an Haltestellen – insbesondere nachts – zu begegnen. Behörden wie die Deutsche Bahn, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die lokale Polizei arbeiten gemeinsam daran, das Vertrauen der Fahrgäste zu stärken.
Im Rahmen der Kampagne werden Lehrvideos eingesetzt, die zeigen, wie man sich in Notfällen oder bedrohlichen Situationen verhält. Die Clips erklären, wo sich Notrufmelder an den Bahnsteigen befinden und wie man sie bedient. Kritiker monieren jedoch, dass die Videos nicht deutlich machen, welche Personengruppen besonders gefährdet sein könnten.
Die Sicherheitsvorkehrungen im Münchner Verkehrsnetz umfassen bereits über 15.000 Kameras, die Bahnhöfe und Fahrzeuge überwachen. Auch die bayerische Polizei hat ihre Überwachung ausgebaut: Landesweit sind 141 feste Kameras installiert – ein Anstieg um 67 Prozent seit 2020. Allein in München werden 30 dieser Kameras von der Polizei betrieben, wie viele davon an U-Bahn-Stationen stehen, bleibt jedoch ungenannt.
Die Reaktionszeiten bei dringenden Vorfällen sind kurz: Im Schnitt trifft die Polizei innerhalb von vier Minuten ein. Trotz dieser Maßnahmen zeigen aktuelle Umfragen weiterhin Besorgnis: Nur 26 Prozent der jungen Frauen fühlen sich nachts an Haltestellen sicher, und 28 Prozent geben an, bereits sexuelle Belästigung im öffentlichen Verkehr erlebt zu haben.
Die "Sichere Fahrten"-Kampagne knüpft an die bestehende Sicherheitsinfrastruktur an, zu der Kameras und Notrufmelder gehören. Die Verantwortlichen wollen Vorfälle reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste – insbesondere von gefährdeten Gruppen – verbessern. Ob die Videos wirken und das subjektive Sicherheitsempfinden steigern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.