Mediengruppe Bayern übernimmt Oberfranken – und verändert die bayerische Presselandschaft
Claudius StadelmannMediengruppe Bayern übernimmt Oberfranken – und verändert die bayerische Presselandschaft
Die Mediengruppe Bayern (MGB) steht vor einer weiteren Expansion durch die Übernahme der Mediengruppe Oberfranken (MGO) – ein Schritt, der die bayerische Regionalzeitungslandschaft grundlegend verändern wird. Die von der MGO-Führung unterstützte Transaktion markiert einen weiteren Meilenstein in der fortschreitenden Konzentration lokaler Medien unter immer weniger großen Playern.
Die geplante Übernahme umfasst die gesamte Fachzeitschriften-Sparte der MGO sowie deren Druckereibetriebe. Zum Portfolio der MGO gehören bekannte Titel wie die "Fränkische Tag", die "Bayerische Rundschau", das "Coburger Tageblatt", die "Saale-Zeitung" sowie das Nachrichtenportal "infranken.de". Albrecht Tintelnot, Vorsitzender der MGO-Gesellschafterversammlung, nannte die schwierigen Marktbedingungen für lokale Medien als Hauptgrund für den Verkauf.
Simone Tucci-Diekmann, Verlegerin der Verlagsgruppe Passau und treibende Kraft hinter der MGB, bezeichnete den Deal als "einen unglaublich wichtigen Meilenstein". Bevor die Übernahme vollzogen werden kann, steht jedoch noch die Genehmigung durch das Bundeskartellamt aus.
Seit 2017 baut die MGB ihre Position im bayerischen Zeitungsmarkt kontinuierlich aus. Durch Übernahmen wie die "Mittelbayerische Zeitung", "IDOWA" und eine Beteiligung an der "Augsburger Allgemeine" (2022) kontrolliert die Gruppe mittlerweile rund 40 Prozent des Marktes. Bis 2026 wird die Zahl der unabhängigen Verleger in der Region von einst über 20 auf etwa 10 gesunken sein.
Allein in diesem Jahr gab es zwei weitere große Konsolidierungen: Die "Neue Pressegesellschaft Ulm" übernahm die "Medienholding Süd", während die Madsack-Gruppe die "Nordwest Mediengruppe" kaufte.
Falls genehmigt, wird die Fusion die MGB als dominierende Mediengruppe Bayerns weiter stärken. Der Deal setzt den Trend sinkender Wettbewerbsintensität fort und reduziert die Zahl unabhängiger Verleger im Regionalzeitungsmarkt. Die Entscheidung des Bundeskartellamts wird zeigen, ob die Übernahme Realität wird.






