Kritis-Dachgesetz: Warum Deutschlands Infrastruktur weiterhin gefährdet bleibt
Katarina OrtmannKritis-Dachgesetz: Warum Deutschlands Infrastruktur weiterhin gefährdet bleibt
Deutschlands Schutz kritischer Infrastrukturen bleibt trotz neuer Gesetze lückenhaft
Obwohl das Kritis-Dachgesetz am 10. September 2025 in Kraft trat und strenge Sicherheitsvorgaben vorsieht, kämpfen viele Betreiber mit der Umsetzung. Experten warnen, dass verdeckte Aufklärung und langfristige Präventionsstrategien weiterhin vernachlässigt werden – und damit ein zentrales Risiko für Angriffe besteht.
Das Gesetz verlangt von den Verantwortlichen, die physische Sicherheit zu verstärken und die Widerstandsfähigkeit der Systeme zu erhöhen. Doch während es klar regelt, was zu tun ist, fehlen konkrete Vorgaben wie die Maßnahmen umzusetzen sind. Besonders kleinere und kommunale Betreiber stehen vor großen Herausforderungen, da ihre Systeme oft seit Jahren strukturelle Sicherheitsmängel aufweisen.
Infrastrukturangriffe entstehen selten spontan. Die Täter – häufig staatlich gesteuert – bereiten sich jahrelang vor, sammeln durch Vor-Ort-Aufklärung Informationen und werben Insider an. Doch genau solche frühzeitigen Warnsignale werden in Deutschland zu wenig durch gezielte verdeckte Sicherheitsmaßnahmen erkannt.
Ein grundlegendes Problem bleibt: Technische Lösungen allein reichen nicht aus, um komplexe Bedrohungen abzuwehren. Markus Weidenauer, Geschäftsführer der SecCon Group, sieht hier eine Kluft zwischen politischen Absichten, gesetzlichen Anforderungen und der praktischen Umsetzung. Selbst essenzielle lokale Infrastrukturen fallen mitunter nicht unter den Geltungsbereich des Gesetzes – die Betreiber sind dann auf sich allein gestellt.
Das neue Gesetz ist zwar ein Schritt in Richtung besserer Infrastrukturabsicherung, doch die Lücken sind noch immer groß. Ohne klarere Handlungsanweisungen und einen stärkeren Einsatz präventiver Aufklärung werden die Schwachstellen bestehen bleiben. Die Betreiber stehen nun vor der Aufgabe, aus den gesetzlichen Vorgaben einen wirksamen und nachhaltigen Schutz zu entwickeln.






