14 March 2026, 14:22

Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Gesetz, das das Internet verbieten soll.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Sienna Rose echt oder nur eine KI-Erfindung der Musikindustrie?

Die Soulsängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über KI-generierte Musik. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify stellt sich zunehmend die Frage, ob es sich bei ihr um eine echte Künstlerin oder um eine künstliche Schöpfung handelt. Recherchen zu ihrer Herkunft förderten Verbindungen zu einem russischen Label zutage, das auf KI-Pop-Akte spezialisiert ist.

Die Kontroverse verschärfte sich, nachdem ein viraler Instagram-Post von Selena Gomez einen Song von Sienna Rose präsentierte – was zu breiter Spottwelle über die Authentizität der Sängerin führte. Unterdessen ergreifen große Streaming-Plattformen nun Maßnahmen, um Bedenken hinsichtlich der Transparenz von KI-Musik zu begegnen.

Erste Zweifel an Sienna Rose kamen auf, als Internetrechercheure ungewöhnliche Muster entdeckten: Sie veröffentlicht Songs in einem außergewöhnlich schnellen Tempo, hat jedoch keine Live-Auftritte oder eine aktive Social-Media-Präsenz. Ihr Spotify-Profil beschreibt sie als "Geschichtenerzählerin des Herzens", doch ihr fehlendes öffentliches Engagement nährte die Skepsis.

Eine tiefgehende Untersuchung des Bayerischen Rundfunks führte ihre Ursprünge auf Nostalgic Records zurück – ein russisches Internetlabel – und den Produzenten Maksim Muravjov. Das Unternehmen, das sich auf KI-generierte Acts konzentriert, steht in Verbindung mit dem KI-Experten Hafsteinn Runarsson, der für die Erschaffung mehrerer Pop-Avatare bekannt ist. Berichten zufolge erzielen Sienna Roses Macher wöchentlich über 2.000 Euro – potenziell mehr als eine Million Euro pro Jahr – aus Streaming-Tantiemen.

Als Nachfragen laut wurden, verschwand die ursprüngliche rothaarige Version von Sienna Rose aus den sozialen Medien; übrig blieb nur eine Version mit Afro-Look, die weiterhin auf Spotify gelistet ist. Dieser plötzliche Wechsel befeuerte die Spekulationen weiter.

Die Debatte erreichte eine größere Öffentlichkeit, nachdem der YouTuber Rick Beato Spotify vorwarf, KI-generierte Musik aus Profitinteresse zu pushen. Er behauptete, täglich würden Millionen Tracks hochgeladen, wobei Studien zeigen, dass 97 Prozent der Hörer KI-Musik nicht von menschengemachten Songs unterscheiden können.

Als Reaktion führen Streaming-Plattformen nun neue Regelungen ein. Apple Music hat "Transparenz-Kennzeichnungen" eingeführt, die Labels verpflichten, KI-generierte Inhalte in Musik, Coverart und Videos offenzulegen – wobei die Plattform selbst keine aktive KI-Erkennung betreibt. Spotify wiederum plant, Nutzern die Identifizierung von KI-Tracks über das branchenübliche DDEX-Metadaten-System zu ermöglichen, um eine breitere Kompatibilität über verschiedene Dienste hinweg zu gewährleisten.

Der Fall Sienna Rose unterstreicht die wachsende Herausforderung, KI-generierte Künstler von echten zu unterscheiden. Streaming-Plattformen setzen nun auf Kennzeichnungssysteme, um mehr Transparenz zu schaffen. Doch angesichts der finanziellen Anreize hinter KI-Musik dürfte die Debatte über Authentizität weitergehen.

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