14 March 2026, 06:39

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein Plakat mit einer Europakarte von 1870, umgeben von Cartoon-Bildern und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ikonische Haus am Starnberger See des verstorbenen Humoristen Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, erworben. Das Anwesen besitzt kulturelle Bedeutung, auch wenn viele von Loriots berühmten Werken an anderen Orten entstanden sind. Jauch, der für sein Engagement mit nationalen Kulturgütern bekannt ist, könnte von der Bewunderung für das Erbe des Satirikers zu diesem Kauf motiviert worden sein.

Vicco von Bülow, geboren in eine mecklenburgische Adelsfamilie, wählte den Künstlernamen Loriot – inspiriert vom Pirol auf dem Familienwappen. In den 1950er-Jahren wurde er mit humorvollen Büchern wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks bekannt. Später inszenierte er zwei beliebte Filme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle.

Trotz der Verbindung des Hauses zu Loriot entstanden die meisten seiner Werke in Studios oder an anderen Drehorte. Pappa ante Portas wurde in München und in der Bavaria Filmstadt in Geiselgasteig gedreht, während zentrale Szenen – wie Renate Lohses Mutter Geburtstag – am Ahlbecker Pier auf Usedom spielten. Der Axel-Springer-Hochhaus in Berlin diente als Kulisse für die Entlassung von Heinrich Lohse, ein Schlüsselmoment des Films. Selbst Sketche wie Vorsicht, Zivilisation! und Weihnachten bei Hoppenstedts wurden in Münchner und Hamburger Studios produziert.

Der Speiseraum der Familie Lohse aus Pappa ante Portas bleibt unverwechselbar, auch wenn ein aktuelles Foto des Raums zeigt, dass der Platz des Sohnes Dieter fehlt. Jauchs Erwerb folgt auf seine Beteiligung an der Restaurierung weiterer Kulturdenkmäler, darunter das Marmorpalais in Potsdam. Seine Verbundenheit mit Loriots Humor könnte die Entscheidung beeinflusst haben, dieses Stück deutscher Komödiegeschichte zu bewahren.

Das Haus am Starnberger See gehört nun Günther Jauch und ergänzt sein Portfolio an erhaltenen Kulturstätten. Zwar entstanden Loriots Filme und Sketche größtenteils anderswo, doch das Anwesen bleibt symbolisch mit seinem Vermächtnis verbunden. Der Verkauf sichert die Zukunft des Hauses – auch wenn es in seinem Schaffen eher privater als beruflicher Ort war.

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