Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren mit 20 Euro Wiedergutmachung zurück
Katarina OrtmannGestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren mit 20 Euro Wiedergutmachung zurück
Ein gestohlener Bierkrug aus Münchens berühmten Hofbräuhaus ist nach einem halben Jahrhundert zurückgegeben worden. Ein englischsprachiger Tourist, der ihn 1976 mitgenommen hatte, schickte ihn kürzlich zusammen mit 20 Euro als Wiedergutmachung zurück. Das Geld kommt nun einer lokalen Kinderhilfsorganisation zugute, die bedürftige Kinder unterstützt.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Fällen ein, bei denen seit langem vermisste Krüge ihren Weg zurückfinden. So wurde etwa 2020 im Bierpalast Platzl ein weiterer, jahrzehntealter Krug zurückgegeben. Solche Geschichten unterstreichen die lebendige Tradition – und gelegentlichen Missgeschicke – der Münchner Bierkultur.
Die Geschichte des Touristen begann an einem lebhaften Abend im Hofbräuhaus im Jahr 1976. Nach einer feuchtfröhlichen Feier erwachte er am nächsten Morgen und fand den Krug in seinem Hotelzimmer. Statt ihn sofort zurückzubringen, behielt er ihn 50 Jahre lang.
Jahrzehnte später wurde er neugierig und besuchte die Website des Hofbräuhauses. Dort entdeckte er den aktuellen Preis eines Kruges und beschloss, 20 Euro als verspätete Bezahlung zu überweisen. Das Geld fließt nun an das Bunte Münchner Kindl, eine Wohltätigkeitsorganisation, die Schulmaterialien und Rucksäcke für benachteiligte Kinder bereitstellt.
Fälle wie dieser sind keine Seltenheit. Das Hofbräuhaus erhält jährlich etwa drei bis vier zurückgegebene Krüge oder Entschuldigungsschreiben. Allerdings führt die Brauerei keine separate Statistik über gestohlene Krüge, da diese oft mit verlorenen oder beschädigten Stücken vermischt werden. Sicherheitsvorkehrungen wie Kontrollen an den Ausgängen helfen, "versehentliche" Mitnahmen zu verhindern – dennoch verschwinden immer wieder Krüge.
Obwohl die genaue Zahl der nachweislich gestohlenen Krüge unklar bleibt, lebt die Tradition ihrer Rückgabe – manchmal erst nach Jahrzehnten – weiter. Der Vorfall im Bierpalast Platzl 2020 bewies, dass selbst nach 40 Jahren alte Schulden noch beglichen werden können.
Der zurückgegebene Krug und die 20 Euro Wiedergutmachung kommen nun einer lokalen Hilfsorganisation zugute. Das Hofbräuhaus geht zwar nicht aktiv auf die Suche nach vermissten Krügen, doch die gelegentlichen Rückgaben halten die Tradition am Leben. Vorerst konzentriert sich die Brauerei lieber aufs Bierausschenken als auf die Jagd nach verlorenen Krügen.