13 March 2026, 14:17

Gericht zwingt YouTube zu klarerer Kennzeichnung von Werbevideos

Eine Werbung mit verschiedenen Produkten und Text.

Gericht: YouTube-Werbekennzeichnungen müssen klar sein - Gericht zwingt YouTube zu klarerer Kennzeichnung von Werbevideos

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass YouTube die Kennzeichnung von gesponserten Videos verbessern muss. Die Entscheidung folgt auf einen Rechtsstreit um ein Video, das eine Handelsplattform bewarb, ohne deutlich als Werbung erkennbar zu sein.

Das Landgericht Bamberg urteilte, dass die aktuellen Hinweise den Anforderungen des EU-Rechts nicht genügen. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, könnte aber die Art und Weise verändern, wie Plattformen künftig bezahlte Werbung handhaben.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein YouTube-Video, das von einem Sponsor finanziert wurde, um eine Brokerage-App zu bewerben. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der im Video enthaltene Hinweis "Enthält bezahlte Promotion" nicht deutlich genug war. Zudem wurde er nur zehn Sekunden lang eingeblendet – nach Ansicht der Richter zu kurz, um ausreichende Transparenz zu gewährleisten.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte den Fall vor Gericht gebracht. Die Richter urteilten, dass die Sponsorenschaft "nicht hinreichend transparent und in Echtzeit klar erkennbar" gewesen sei. Dieser Verstoß gegen den Digital Services Act (DSA) der EU führte zur Verurteilung YouTubes.

Bisher hat YouTube noch keine konkreten Änderungen angekündigt. Die Entscheidung (Aktenzeichen: 1 HK O 19/25) ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden, sodass das endgültige Ergebnis noch offen ist.

Das Urteil verlangt eine klarere Kennzeichnung von gesponserten Inhalten auf YouTube. Videos mit bezahlter Werbung könnten künftig auffälligere und länger sichtbare Hinweise benötigen. Bis der Fall endgültig entschieden ist, bleibt jedoch unklar, welche genauen Auswirkungen dies auf Content-Ersteller und Werbetreibende haben wird.

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