Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Algorithmus und Meldefunktionen
Franka KallertVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Algorithmus und Meldefunktionen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern. Die Richter kritisierten vor allem das Empfehlungssystem der Plattform sowie die Meldefunktionen, die für Nutzer zu schwer auffindbar seien. TikTok hat sich bisher nicht zu dem Urteil geäußert.
Im Mittelpunkt der Klage stand der algorithmusgesteuerte Videofeed von TikTok, der Nutzer automatisch auf Basis ihrer Daten profiliert. Verbraucherschützer argumentierten, dass dieses System intransparente Abläufe aufweise und Nutzern keine einfache Möglichkeit biete, der Profilbildung zu widersprechen. Das Oberlandesgericht Bamberg gab ihnen recht und verfügte, dass die Option zum Deaktivieren der Profilierung deutlich sichtbar sein müsse.
Kritik übten die Richter auch an TikToks Verfahren zur Meldung illegaler Inhalte. Sie stellten fest, dass der korrekte Meldeweg hinter einem unklaren Dropdown-Menü verborgen sei, was es Nutzern unnötig erschwere, Verstöße zu melden. Die Plattform muss diese Funktionen nun überarbeiten, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann daher noch angefochten werden. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, wie TikTok seine Oberfläche anpassen wird oder ob das Unternehmen gegen die Entscheidung vorgehen möchte.
TikTok ist nun verpflichtet, die Einstellungen für Empfehlungen und die Meldefunktionen leichter zugänglich zu gestalten. Die Änderungen sollen Nutzern mehr Kontrolle über datenbasierte Inhalte geben und das Melden illegaler Beiträge vereinfachen. Das endgültige Ergebnis hängt davon ab, ob das Urteil nach weiteren rechtlichen Schritten Bestand hat.






