Freisings Café Übrig rettet Lebensmittel und serviert sie kostenlos
Franka KallertFreisings Café Übrig rettet Lebensmittel und serviert sie kostenlos
Ein einzigartiges Café in Freising kämpft gegen Lebensmittelverschwendung – mit Gerichten aus geretteten Zutaten
Das Café Übrig, das erste seiner Art in Bayern, serviert Mahlzeiten, die ausschließlich aus vor der Entsorgung bewahrten Lebensmitteln zubereitet werden. Das Café bietet nicht nur kostenloses Essen, sondern setzt sich auch aktiv für Nachhaltigkeit ein. Die Initiative ist Teil einer wachsenden Bewegung, die Verschwendung reduzieren und die Gemeinschaft auf praktische Weise unterstützen will.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2020 verfolgt das Café Übrig ein klares Ziel: Überschüssige Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, sinnvoll zu verwerten. Betrieben wird das Café von vier festen Mitarbeiter:innen und einem Netzwerk von rund 150 Ehrenamtlichen. Zudem veranstaltet es Bildungsformate, um über Lebensmittelverschwendung und den schonenden Umgang mit Ressourcen aufzuklären.
Das Café steht nicht in Konkurrenz zur Freisinger Tafel, die weiterhin die zentrale Anlaufstelle für die Verteilung von Lebensmittelspenden bleibt. Die Tafel versorgt bis zu 1.200 Menschen pro Woche – Voraussetzung ist ein Nachweis über Bedürftigkeit sowie ein kleiner Kostenbeitrag für die Abholung. Das Café Übrig hingegen bietet seine Speisen kostenlos an; für Getränke gibt es lediglich empfohlene Preise, was es für alle zugänglich macht.
Freising, eine Stadt mit rund 9.500 Studierenden dank des örtlichen Campus der Technischen Universität München, bildet einen idealen Standort für solche Projekte. Das Konzept des Cafés passt zum übergeordneten Foodsharing-Gedanken, der 2012 in Berlin entstand. Während Foodsharing Lebensmittel aus Prinzip rettet, nutzen andere Menschen Lebensmitteltafeln aus finanzieller Not heraus.
Auch in München gibt es ein ähnliches Vorhaben: Im Eine-Welt-Haus dient ein Kühlschrank im ersten Stock als Verteilstation für gerettete Lebensmittel. Bestückt wird er von Mitgliedern der Foodsharing-Initiative, und jede:r darf sich bedienen – ein Symbol für geteilte Verantwortung im Kampf gegen Verschwendung.
Das Café Übrig entwickelt sich weiter zu einem Vorbild für nachhaltige Gastronomie in Bayern. Indem es Lebensmittel rettet und kostenlose Mahlzeiten anbietet, adressiert es gleichzeitig die Themen Verschwendung und Gemeinschaftsbedürfnisse. Die Initiative steht für einen größeren Wandel hin zu praktischen Lösungen für Ernährungssicherheit und ökologische Verantwortung.






