16 March 2026, 12:26

FC Bayern sucht verzweifelt Ex-Spieler für die Führungsetage – doch keiner will

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines älteren Mannes in einer Jacke vor einem Stapel Holzplanken.

FC Bayern sucht verzweifelt Ex-Spieler für die Führungsetage – doch keiner will

FC Bayern München steht vor einer Führungslücke – kaum ein Ex-Spieler übernimmt Verantwortung

Beim FC Bayern München gibt es derzeit eine auffällige Lücke in der Führungsetage: Kein ehemaliger Profi des Vereins bekleidet eine Spitzenposition im Klub. Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, hat kürzlich seine Einschätzung dazu geäußert, warum sich viele Ex-Spieler scheuen, solche Verantwortung zu übernehmen. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit Lob für den aktuellen Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen sowie Reflexionen über die finanziellen Veränderungen im Fußball über die Jahrzehnte.

Hoeneß führte an, dass das starke soziale Sicherungssystem in Deutschland den Ehrgeiz ehemaliger Sportler dämpfen könnte. Die finanzielle Absicherung nach der Karriere – begünstigt durch steigende Gehälter, TV-Rechte-Erlöse und Sponsorenverträge – führe dazu, dass viele Ex-Profis keine Notwendigkeit mehr sähen, sich den anspruchsvollen Aufgaben im Management zu stellen. Seit den 1970er-Jahren hätten Spielergewerkschaften und die Kommerzialisierung des Sports die Einkommen revolutioniert: Während Spitzenverdiener heute ein Vielfaches verdienen, bleibt die Schere zu Spielern in unteren Ligen groß. Diese Ungleichheit prägt zwar weiterhin Karriereentscheidungen, doch insgesamt hat der Fußball für junge Talente an Attraktivität als langfristige Berufsperspektive gewonnen.

Erst kürzlich lehnte Bastian Schweinsteiger ein mögliches Engagement beim FC Bayern ab – mit Verweis auf den hohen Zeitaufwand. Thomas Müller, der mittlerweile für die Vancouver Whitecaps in der MLS spielt, erhielt hingegen das Angebot, vor einem möglichen Einstieg in die Klubführung Elitevereine im Ausland zu studieren. Seine Antwort – ein schlichtes "Noch nicht" – unterstrich die Zurückhaltung, die viele Spieler beim Wechsel in administrative Funktionen empfinden.

Hoeneß ging auch auf die jüngsten Turbulenzen in der Vereinsführung ein. Oliver Kahn, der ehemalige Vorstandsvorsitzende, hatte sein Amt nach nicht einmal zwei Jahren aufgrund interner Konflikte verlassen. Im Gegensatz dazu lobte Hoeneß den aktuellen Chef Jan-Christian Dreesen, der eine "fantastische Arbeit" leiste. Dennoch hofft der Klub weiterhin, dass Müller irgendwann in einer Führungsrolle zurückkehren könnte.

Der FC Bayern steckt mitten in einer Phase des Umbruchs: Einerseits gibt es Anerkennung für die aktuelle Führung, andererseits steht der Verein vor der Herausforderung, ehemalige Stars für Aufgaben abseits des Platzes zu begeistern. Die Zukunft des Klubs könnte davon abhängen, ob Spieler wie Müller irgendwann den Schritt ins Management wagen – oder ob sie sich angesichts ihrer finanziellen Absicherung lieber zurückhalten. Vorerst liegt der Fokus auf Stabilität unter der Leitung Dreesens.

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