Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder
Klaas BarthBischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder
Mitgliedschaft in Bayerns evangelischer Kirche erstmals unter zwei Millionen gesunken
Zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2024 ist die Zahl der Mitglieder der evangelischen Kirche in Bayern unter zwei Millionen gefallen. Dieser Rückgang spiegelt einen bundesweiten Trend wider, bei dem die großen christlichen Konfessionen in Deutschland weiterhin schrumpfen. Neue Zahlen zeigen, dass sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in der Region mit stetigen Verlusten konfrontiert sind.
Allein im Jahr 2025 verließen fast 124.000 Menschen die katholische und evangelische Kirche in Bayern gemeinsam. Die katholische Kirche verzeichnete 81.852 Austritte – ein Rückgang um 5.300 im Vergleich zu 2024. Gleichzeitig verließ etwa die Evangelisch-Lutherische Kirche 42.000 Mitglieder, etwas mehr als die 39.486 Austritte des Vorjahres.
Erzbischof Herwig Gössl von Bamberg deutete an, dass die Verlangsamung der Austrittszahlen bei den Katholiken auf die jüngsten Reformen der Kirche zurückzuführen sein könnte. Untersuchungen zu Missbrauchsfällen und strukturelle Veränderungen scheinen die öffentliche Wahrnehmung beeinflusst zu haben. Dennoch übersteigt die Zahl der Sterbefälle nach wie vor die der Taufen in beiden Konfessionen.
Der Rückgang in Bayern entspricht einem landesweiten Muster. In den vergangenen fünf Jahren verlor die größte protestantische Organisation Deutschlands, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), rund 800.000 Mitglieder. Die Zahlen sanken von etwa 20,2 Millionen im Jahr 2020 auf etwa 19,4 Millionen im Jahr 2025.
Die aktuellen Daten bestätigen einen langfristigen Wandel der religiösen Landschaft Bayerns. Da es weniger Taufen als Todesfälle gibt, überaltert die Mitgliederschaft beider Kirchen zusehends. Die Zahlen zeigen auch, dass institutionelle Reformen zwar die Bindung der Mitglieder beeinflussen, den allgemeinen Abwärtstrend jedoch bisher nicht umkehren konnten.