Dramatische Bergrettungen in den Allgäuer Alpen: TikTok-Touristen und Wintergefahren
Katarina OrtmannDramatische Bergrettungen in den Allgäuer Alpen: TikTok-Touristen und Wintergefahren
Zwei getrennte Rettungseinsätze in den Allgäuer Alpen am Wochenende
Am vergangenen Wochenende fanden in den Allgäuer Alpen zwei unabhängige Rettungsaktionen statt. Am Samstagabend gerieten zwei junge Wanderer in steilem, schneebedecktem Gelände in der Nähe des Schrecksees in eine Notlage. Einen Tag später musste ein weiteres Mal ausgerückt werden – diesmal für zwei unerfahrene Bergsteiger, die unter verschärften Winterbedingungen den Hochvogel erreichen wollten.
Beim ersten Vorfall saßen zwei Männer, die als "völlig unvorbereitet und unerfahren" beschrieben wurden, auf etwa 2.000 Metern Höhe fest. Berichten zufolge hatten sie ihre Tour mithilfe von TikTok geplant. Da sie nicht sicher weiterkommen konnten, alarmierten sie per Telefon die Rettungskräfte.
Ein Rettungshubschrauber, die RK2 aus Reutte, barg die beiden Gestrandeten mit Unterstützung eines Bergretters aus Hinterstein. Gleichzeitig versuchte der Christoph 17 mit zwei Rettungskräften an Bord, die Stelle zu erreichen, musste jedoch wegen tiefer Wolken umkehren.
Am folgenden Tag benötigten auch zwei 16-jährige Bergsteiger mit alpiner Erfahrung in der Nähe des Hochvogels Hilfe. Obwohl sie als "gut ausgerüstet" galten, kämpften sie mit den sich verschlechternden Wetterbedingungen. Der Bergrettungsdienst Hinterstein bestätigte später, dass oberhalb von 1.600 Metern weiterhin extreme Winterverhältnisse herrschen.
Die Behörden warnen davor, dass in dieser Saison nur geübte Alpinisten anspruchsvolle Routen angehen sollten. Gerettete ohne spezielle Bergversicherung müssen die Kosten für ihren Einsatz selbst tragen.
Beide Einsätze zeigen die Gefahren auf, die entstehen, wenn alpine Bedingungen unterschätzt werden. Der Bergrettungsdienst Hinterstein ruft weiterhin zu besonderer Vorsicht auf – insbesondere für Personen ohne ausreichende Ausbildung oder Ausrüstung. Unversicherte müssen im Rettungsfall die vollen Kosten für ihre Bergung übernehmen.






