Dominik Krause: Münchens grüner Hoffnungsträger mit radikalen Plänen für Wohnraum und Verkehr
Katarina OrtmannDominik Krause: Münchens grüner Hoffnungsträger mit radikalen Plänen für Wohnraum und Verkehr
Dominik Krause, Münchens zweiter Bürgermeister und Vorsitzender der Grünen, positioniert sich als ernstzunehmender Akteur in der Landeshauptstadt. Mit nur 35 Jahren sitzt er seit 2014 im Stadtrat und treibt nun ehrgeizige Pläne für Wohnraum, Verkehr und Stadtpolitik voran. Sein Ansatz steht damit in deutlichem Kontrast zu dem des amtierenden Oberbürgermeisters Dieter Reiter, der wegen Führungsstils und jüngster Affären in der Kritik steht.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Krause 2023, als er das Oktoberfest als "größte Drogenszene der Welt" bezeichnete. Trotz solcher provokanter Aussagen meidet er sonst oft Konflikte – etwa, wenn er in traditioneller Lederhose auftritt oder Bierfässer ansticht, um Nähe zu den Wählern zu demonstrieren. In der Sache zeigt er sich jedoch entschlossen. 2024 startete er die Initiative "Wohnraum aus Büro", um Münchens Wohnungsnot zu bekämpfen, indem leerstehende Büros in Wohnungen umgewandelt werden. Das Programm vereinfachte Genehmigungsverfahren und bot Zuschüsse von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Bis Anfang 2026 waren so über 5.000 neue Wohnungen entstanden, mit Pilotprojekten in Sendling und Schwabing, unterstützt von Entwicklern wie der Bayerischen Hausbau.
Doch Krauses Pläne gehen über Wohnraumpolitik hinaus: Er fordert eine zentrale Stelle gegen Mietwucher sowie einen massiven Ausbau des ÖPNV und von Radwegen. Seine Unterstützung für Münchens Olympische Bewerbung sorgte jedoch für Spannungen in der eigenen Partei. Gleichzeitig kritisiert er Reiter offen für dessen autoritären Führungsstil – besonders nach dem Skandal um nicht genehmigte Nebentätigkeiten für den FC Bayern, für die der Oberbürgermeister 90.000 Euro erhalten hatte.
Mit der nächsten Wahl 2032 wird Krause erst 41 sein – genug Zeit, um seine Vision für die Stadt weiter zu schärfen.
Seine Initiativen haben bereits tausende neue Wohnungen geschaffen und Lösungsansätze beschleunigt. Mit seinem Fokus auf Bezahlbarkeit, Verkehrswende und Transparenz hebt er sich deutlich von der aktuellen Stadtregierung ab. Sollte er gewählt werden, könnten seine Politikansätze Münchens Umgang mit urbanem Leben und Verwaltung grundlegend verändern.






