07 May 2026, 04:16

Deutschland setzt auf Gas, Kernfusion und SMRs – doch die Pläne sind umstritten

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit einem Logo, das die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 fordert.

Deutschland setzt auf Gas, Kernfusion und SMRs – doch die Pläne sind umstritten

Deutschland treibt die Umgestaltung seiner Energiestrategie mit weitreichenden Reformen voran. Das von Katherina Reiche geführte Wirtschaftsministerium hat Pläne bekannt gegeben, ab 2026 neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 12 Gigawatt zu errichten. Gleichzeitig investiert die Bundesregierung in neue Technologien, darunter Fusionsenergie und kleine modulare Reaktoren (SMR), obwohl deren Machbarkeit weiterhin umstritten ist.

Zu den Vorschlägen des Ministeriums gehört, Netzbetreibern mehr Kontrolle darüber zu geben, welche neuen Anlagen ans Netz angeschlossen werden dürfen. Durch die Änderungen sollen Erneuerbare-Energien-Anlagen häufiger gedrosselt werden, wenn es zu Engpässen im Stromnetz kommt, während fossile Kraftwerke bei Bedarf ihre Produktion hochfahren müssen. Zudem wird eine neue Quote für grünes Gas eingeführt, um die Nutzung der bestehenden Gasnetze zu verlängern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der heimischen Gasförderung, insbesondere rund um die Nordseeinsel Borkum. Unterdessen hat die EU 200 Millionen Euro für die Entwicklung von SMR-Technologien bereitgestellt, doch nur wenige Projekte sind über die Planungsphase hinausgelangt. Lediglich China und eine Handvoll US-Unternehmen bauen derartige Reaktoren aktiv. Eine aktuelle Studie des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) kommt zu dem Schluss, dass SMRs gegenüber herkömmlichen Kernkraftwerken weder klare Sicherheits- noch Kostenvorteile bieten.

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Darüber hinaus hat die Bundesregierung 1,7 Milliarden Euro für den Bau des ersten funktionsfähigen Fusionskraftwerks der Welt zugesagt. Die Mittel sollen die Forschung während der aktuellen Legislaturperiode finanzieren. Ministerin Reiche, die zuvor die Gaswirtschaftsverbände Westenergie AG und VKU leitete, steuert diese Energiereformen.

Die neuen Maßnahmen werden den deutschen Energiesektor grundlegend verändern – mit einer Mischung aus Gasausbau, nuklearer Forschung und Anpassungen im Netzbetrieb. Die Investitionen in Fusionstechnologie und SMRs deuten auf einen langfristigen Wandel hin, doch ihr praktischer Erfolg bleibt ungewiss. Die Reformen zielen zudem darauf ab, das Wachstum der erneuerbaren Energien mit der weiteren Nutzung fossiler Brennstoffe in Einklang zu bringen.

Quelle