Darmbakterien stärken Immunzellen im Kampf gegen Krebs – neue Hoffnung für Therapien
Katarina OrtmannDarmbakterien stärken Immunzellen im Kampf gegen Krebs – neue Hoffnung für Therapien
Eine neue Studie zeigt, dass bakterielle Stoffwechselprodukte aus dem Darm die krebsbekämpfende Wirkung von Immunzellen verstärken können. Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse deuten auf einen möglichen Ansatz zur Verbesserung von Krebstherapien hin. Forscher aus Würzburg und Marburg arbeiteten bei dem Projekt zusammen.
Der menschliche Darm beherbergt etwa 100 Billionen Bakterienzellen aus Tausenden von Arten. Diese Mikroorganismen beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, darunter das Immunsystem. Bereits bekannt war, dass kurzkettenige Fettsäuren wie Butyrat und Pentanoat die Aktivität von CD8-T-Zellen – auch Killerzellen genannt – steigern können, indem sie deren Stoffwechsel und genetische Aktivität verändern.
In dieser Studie konzentrierte sich das Team auf das Bakterium Megasphaera massiliensis, das im Darm Pentanoat produziert. Experimente zeigten, dass die Behandlung mit dieser Fettsäure die Fähigkeit von tumorspezifischen T-Zellen und CAR-T-Zellen verbesserte, solide Tumormodelle anzugreifen. Der Hauptautor der Studie, Dr. Maik Luu, forschte unter der Leitung von Professor Michael Hudecek am Universitätsklinikum Würzburg und Professor Alexander Visekruna an der Philipps-Universität Marburg.
Die Ergebnisse bestätigen, dass bakterielle Stoffwechselprodukte die zytotoxischen Effekte von Immunzellen verstärken können. Langfristig könnte dies Krebstherapien wirksamer machen. Die Studie unterstreicht einen direkten Zusammenhang zwischen Darmbakterien und der Immunantwort gegen Krebs. Die Forscher betonen jedoch, dass noch viel Arbeit nötig ist. Weitere Studien müssen weitere Tumorarten untersuchen und genetische Ziele für präzise Behandlungen identifizieren. Bis diese Erkenntnisse in neue Therapien für Patientinnen und Patienten münden, wird es noch einige Zeit dauern.






