25 March 2026, 04:16

CSU in der Krise: Söder gerät nach Wahlniederlagen unter internen Beschuss

Karte von Deutschland mit Bundesländern in rot und blau markiert, um die Ergebnisse der Wahl 2016 anzuzeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahltermins.

CSU in der Krise: Söder gerät nach Wahlniederlagen unter internen Beschuss

In der bayerischen CSU sind die Spannungen eskaliert, nachdem Parteichef Markus Söder mit scharfer Kritik für seine Äußerungen zu den jüngsten Wahlniederlagen konfrontiert wurde. Die Gegenreaktion kam sowohl von lokalen Politikern als auch vom Jugendverband der Partei, wobei einige Mitglieder ihre Missbilligung während einer hitzigen internen Diskussion offen zum Ausdruck brachten.

Der Streit entbrannte, als Söder bei einer Morgenpressekonferenz die schwache Performance der CSU auf regionale Faktoren zurückführte. Seine Aussagen zogen schnell heftige Kritik auf sich – insbesondere in Ostbayern, wo die Partei in den Stichwahlen nahezu alle Stimmen verlor. Lokale Politiker warfen ihm vor, mit der Schuldzuweisung an die Basis die tiefer liegenden strategischen Probleme der Partei zu ignorieren.

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Bei einer nicht öffentlichen Sitzung klopften mehrere Teilnehmer zur Demonstration ihres Protests mit den Knöcheln auf die Tische. Josef Zellmeier, ein erfahrener Haushaltspolitiker aus Straubing, warf Söder vor, es an Demut fehlen zu lassen und übermäßig auf zentrale Steuerung zu setzen. Ein unterlegener Kandidat behauptete später, Söders Aussagen hätten die Basis als unfähig und realitätsfremd dargestellt.

Söder richtete seine Kritik auch gegen die Freien Wähler und warf ihnen vor, in Städten wie Cham und Waldkraiburg gezielt AfD-Anhänger umworben zu haben. Bisher wurden jedoch keine konkreten Belege für eine solche Kampagne veröffentlicht. Angesichts des wachsenden Widerstands veröffentlichte er eine Videobotschaft, in der er den erfolglosen Kandidaten dankte und zu Einheit aufrief. Später entschuldigte er sich bei der Landtagsfraktion, blieb aber bei seiner ursprünglichen Einschätzung der Wahlergebnisse.

Auch CSU-Generalsekretär Martin Huber sah sich mit weiterem Widerstand der Jungen Union konfrontiert, die seine Versuche, die Verluste herunterzuspielen, zurückwies. Die interne Debatte dürfte sich hinziehen, da die verschiedenen Lager weiterhin über die Verantwortung für die Rückschläge streiten.

Die Folgen der Wahl haben die Gräben innerhalb der CSU offengelegt: Lokale Mitglieder und Parteifunktionäre sind uneins, wer die Schuld trägt. Zwar versuchte Söder, die Wogen zu glätten, doch seine Äußerungen und sein Führungsstil bleiben umstritten. Nun steht die Partei vor anhaltenden Diskussionen über ihre Ausrichtung im Vorfeld künftiger Wahlen.

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