CISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Datenabfluss nach China?
Franka KallertCISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Datenabfluss nach China?
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, in wissenschaftliche Spionage zugunsten Chinas verwickelt zu sein. Noch vor kurzem als Aushängeschild der saarländischen Forschungslandschaft gefeiert, steht das Institut nun unter dem Verdacht, unberechtigt Daten nach China weitergegeben zu haben.
Seit seinem Beitritt zur Helmholtz-Gemeinschaft im Jahr 2019 ist CISPA Teil der größten Forschungsorganisation Deutschlands. Eine aktuelle Untersuchung des Handelsblatts förderte jedoch Bedenken zutage, dass im Rahmen von Kooperationen sensibler Datenaustausch und Fachwissen an chinesische Partner gelangt sein könnten. So soll in einer Forschungsgruppe des Zentrums eine von 19 Personen chinesischer Herkunft gewesen sein, eine andere Gruppe habe ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen bestanden – einige mit Verbindungen zu kritischen Einrichtungen in China.
Der Direktor des Zentrums, Michael Backes, wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden. Er unterstützte die Maßnahme öffentlich und begrüßte eine Sonderprüfung zur Aufklärung der Vorwürfe. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat inzwischen eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Anschuldigungen zu klären. Gleichzeitig läuft am Zentrum die Planung für einen Neubau im Wert von 350 Millionen Euro weiter.
Die laufenden Ermittlungen sollen klären, ob vertrauliche Forschungsergebnisse unzulässig an China weitergegeben wurden. Vom Ausgang der Untersuchungen hängt nicht nur der Ruf des CISPA ab, sondern auch die Zukunft seiner Projekte. An den Ermittlungen sind mehrere Behörden beteiligt.
