CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als realitätsfremd
Claudius StadelmannCDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als realitätsfremd
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharfe Kritik an einer Kommission geübt, die mit der Reform des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes beauftragt wurde. Der Politiker wirft der Gruppe vor, ein verzerrtes Bild der Branche zu zeichnen und sich auf fragwürdige Studien zu stützen.
Die Kommission war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzt worden, um mögliche gesetzliche Änderungen zu prüfen. Krings moniert jedoch, sie sei einseitig besetzt worden – noch während die Union an der Regierung beteiligt war. Seit ihrer Gründung steht die Fraktion dem Gremium skeptisch gegenüber.
Besonders kritisch äußert sich Krings über die Vorsitzende der Kommission, die zugleich das kriminologische Institut leitet, das den zentralen Evaluierungsbericht erstellt hat. Er wirft ihr vor, „wissenschaftlich zweifelhafte Erkenntnisse“ zu verbreiten und diese nun zu verteidigen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss besitzen und 80 Prozent krankenversichert seien – Zahlen, die Krings als „realitätsfremd“ zurückweist.
Laut Krings zeigen offizielle Daten, dass in Deutschland lediglich 50 Sexarbeiter:innen Sozialabgaben zahlen. Die Studie spiegle lediglich eine kleine, privilegierte Minderheit wider; wahrscheinlich seien nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen überhaupt registriert. Die Arbeit der Kommission bilde weder den tatsächlichen Umfang noch die realen Bedingungen der Branche ab, so Krings. Er betont, die Ergebnisse würden die Mehrheit der Betroffenen ignorieren und böten damit keine belastbare Grundlage für eine Reform.
