Bayern investiert 700 Millionen Euro in die heimische Chipproduktion – doch Europa bleibt abhängig
Katarina OrtmannBayern stärkt Führung in der Chipproduktion - Bayern investiert 700 Millionen Euro in die heimische Chipproduktion – doch Europa bleibt abhängig
Europa produziert derzeit nur 8 % der weltweiten Halbleiterchips. Die COVID-19-Pandemie offenbarten die Risiken der Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten – mit schweren Verlusten für die deutsche Automobilindustrie. Nun treibt Bayern den Ausbau der heimischen Chipfertigung voran, um die Abhängigkeit von ausländischer Produktion zu verringern.
Der Chipmangel während der Pandemie traf die deutschen Autohersteller hart. Fabriken drosselten die Produktion, Unternehmen litten unter finanziellen Einbußen durch Lieferverzögerungen. Diese Krise löste politische Initiativen aus, um Europas Eigenversorgung mit Halbleitern zu sichern.
Bayern hat bereits 700 Millionen Euro in den Ausbau der lokalen Chipproduktion investiert. Die Region will die führende Rolle in Deutschlands Halbleiterindustrie übernehmen – mit Fokus auf Spitzentechnologien. Ein zentrales Projekt ist die Herstellung von photonischen Chips, die statt Strom Licht zur Datenverarbeitung nutzen. Damit ließe sich der Energieverbrauch um bis zu 90 % senken.
Um den Fortschritt zu beschleunigen, wirbt Bayern um internationale Spitzenforscher. Mit überdurchschnittlichen Gehältern sollen Talente angelockt werden. Trotz dieser Bemühungen wird Europa sein Ziel, 20 % der weltweiten Chipproduktion zu erreichen, voraussichtlich verfehlen. Die Konkurrenz aus Asien und den USA bleibt hart, was eine schnelle Expansion erschwert.
Bayerns Vorstoß zur Eigenständigkeit in der Chipfertigung umfasst neue Investitionen und höhere Löhne für Wissenschaftler. Der Umstieg auf photonische Technologie könnte den Energiebedarf drastisch reduzieren. Doch Europas ehrgeiziges Ziel von 20 % globaler Produktion steht vor großen Herausforderungen durch ausländische Konkurrenten.






