Baden-Baden ehrt Nijinski und Pawlowa mit Ausstellung und Ballettfestival im Herbst
Katarina OrtmannBaden-Baden ehrt Nijinski und Pawlowa mit Ausstellung und Ballettfestival im Herbst
Baden-Baden feiert seine glanzvolle Ballettgeschichte mit neuer Ausstellung und Festival im Herbst
Die Stadt, die 1913 von den legendären Tänzern Wasslaw Nijinski und Anna Pawlowa besucht wurde, präsentiert ab dem 3. Oktober im Stadtmuseum die Ausstellung Mythos Wasslaw Nijinski. Parallel dazu findet vom 2. bis 12. Oktober das Ballettfestival Die Welt des John Neumeier statt – mit Aufführungen und seltenen Archivschätzen.
Im August 1913 wurde Baden-Baden zum Mittelpunkt der Ballettwelt, als Wasslaw Nijinski im Grandhotel Stephanie – dem heutigen Brenners Parkhotel – abstieg. Während seines Aufenthalts vollendete er die Choreografie zu Le Sacre du Printemps (Das Frühlingsopfer), obwohl das Werk bereits einige Monate zuvor in Paris uraufgeführt worden war. Gemeinsam mit Sergei Djagilew begann Nijinski zudem mit der Arbeit an einem von Bach inspirierten Ballett, das moderne Tanzkunst mit barocker Pracht zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen sollte.
Noch im selben Monat traf Anna Pawlowa in der Stadt ein und löste mit ihrem angekündigten Auftritt große Vorfreude aus. Am 26. August betrat sie die Bühne des Theater Baden-Baden und begeisterte das Publikum mit ihrem ikonischen Solo Der sterbende Schwan.
Über ein Jahrhundert später öffnet die Ausstellung Mythos Wasslaw Nijinski vom 3. Oktober bis 2. November ihre Türen. Kuratiert von John Neumeier, zeigt sie seltene Exponate aus seiner Privatsammlung sowie historische Artefakte. Das Festival Die Welt des John Neumeier ergänzt die Schau mit drei Aufführungen von Neumeiers Ballett Nijinski in der Festspielhalle vom 3. bis 5. Oktober.
Ausstellung und Festival unterstreichen Baden-Badens anhaltende Verbindung zur goldenen Ära des Balletts. Neumeiers Sammlung und die Inszenierungen bieten eine seltene Gelegenheit, Nijinskis Vermächtnis zu erkunden – von seiner bahnbrechenden Choreografie bis zu seinen Kooperationen mit Djagilew. Beide Veranstaltungen finden zeitgleich statt und gewähren tiefe Einblicke in die Kunst, die den modernen Tanz geprägt hat.






