Adidas verlässt Flächentarifvertrag – IG BCE droht mit Arbeitskämpfen und Streiks
Franka KallertGewerkschaft will Adidas zurück an den Tarifbindung drängen - Adidas verlässt Flächentarifvertrag – IG BCE droht mit Arbeitskämpfen und Streiks
Adidas verlässt das deutsche Flächentarifsystem für die Textil- und Bekleidungsbranche – der Schritt hat einen Streit mit der Gewerkschaft IG BCE ausgelöst, die die Begründung des Konzerns als "Unsinn" zurückweist. Die Gewerkschaft kündigte nun an, mit Arbeitskampfmaßnahmen eine Rückkehr erzwingen zu wollen.
Der Konflikt entzündete sich, als Adidas seinen Austritt aus dem brancheneinheitlichen Tarifvertrag bekannt gab. Das Unternehmen argumentiert, seine Gehälter lägen bereits über dem Branchendurchschnitt. Ab Dezember 2025 sollen die Beschäftigten Lohnerhöhungen zwischen 3 und 4,5 Prozent erhalten, ergänzt durch Einmalzahlungen.
Die IG BCE wies die Darstellungen von Adidas scharf zurück und warf dem Konzern vor, Arbeitnehmerrechte auszuhebeln. Als Alternative schlug die Gewerkschaftsführung ein Haustarifabkommen vor. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer konterte und bezeichnete die Haltung der Gewerkschaft als "reinen Populismus".
Als Reaktion skizzierte die IG BCE Pläne für Streiks und Proteste. Zudem will sie ihr internationales Netzwerk sowie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz nutzen, um den Druck zu erhöhen. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass Adidas in das Flächentarifsystem zurückkehren muss.
Adidas hält an seiner Entscheidung fest und verweist auf übertarifliche Löhne sowie kürzliche Gehaltserhöhungen. Die IG BCE zeigt sich jedoch entschlossen, mit Streiks und rechtlichen Schritten die Wiedereingliederung durchzusetzen. Der Konflikt dürfte in den kommenden Monaten weiter eskalieren.






