10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Senioren jetzt protestieren
Katarina Ortmann10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Senioren jetzt protestieren
Neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest in Solingen stößt auf Kritik bei Seniorenvertretern
Der neu eingeführte Eintrittspreis von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest in Solingen hat bei Seniorenverbänden für Empörung gesorgt. Der Solinger Seniorenbeirat warnt, dass die Gebühr ältere Bürger besonders hart treffen werde – vor allem jene mit geringem Einkommen. Für viele Rentner war das Fest über Jahre hinweg ein zentraler sozialer Höhepunkt und eine seltene Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu treten.
Der Streit entbrannte, als die Veranstalter die Gebühr mit Verweis auf steigende Sicherheitskosten einführten. Besucher erhalten zwar einen 2-Euro-Gutschein für Essen zurück, doch für viele Senioren, die oft mit knappen Budgets auskommen müssen, bleibt der Besuch damit unerschwinglich. Die Arbeitsgruppe „Altersarmut“ des Beirats kritisiert, dass die Kosten eine ungerechte Hürde darstellen und gerade denen den Zugang verwehren, die auf das Fest als soziale Begegnungsstätte angewiesen sind.
Kritiker fragen sich, warum die finanzielle Last bei den Besuchern liegen soll und nicht bei der Stadt oder den Veranstaltern. Der Beirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere kommunale Förderung. Auch das Argument, ein einziger kostenloser Familientag am Sonntag reiche aus, weisen sie zurück: Viele ältere Menschen lebten allein und bräuchten regelmäßigen Austausch.
Die Gebühr markiert einen Bruch mit der Tradition des Festes, das einst für alle offen war. Aus einer Gemeinschaftsveranstaltung droht nun ein Event zu werden, das sich nicht jeder leisten kann. Diese Entwicklung hat eine breitere Debatte über die Kosten öffentlicher Teilhabe ausgelöst – und darüber, wer zurückbleibt, wenn Preise steigen.
Die Diskussion um das Gräfrath-Marktfest zeigt die Herausforderungen, vor denen Rentner in Solingen stehen. Angesichts ohnehin knapper Haushalte könnte die neue Gebühr die Isolation vieler Senioren noch verschärfen, die sich den Besuch nicht mehr leisten können. Der Beirat setzt sich weiterhin für Lösungen ein, die das Fest für alle Mitglieder der Gemeinschaft zugänglich halten.






